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  Mit "Stadtrandnotizen" unter die Satiriker gegangen...

 

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Die Ur-Motivation fürs Veröffentlichen -
Lust am Schreiben für Zeitgenossen - hat mich schon als Solinger Pennäler zu mancherlei Versuchen angetrieben. Schreibmaschine und einfachste Vervielfältigungstechniken genügten, um für die Klassenkameraden die eine oder andere Bierzeitung herzustellen, zum Abitur im Jahre 1957 eine mit roter Kordel eingebundene Festausgabe mit Fotos. Zu einem Oberstufenball mit Lehrern, Eltern und Tanzstundendamen bei Meis in Widdert schrieb ich sogar unter höchstem Zeitdruck ein satirisches Theaterstück "Traum eines 18-Jährigen", das die eindrucksvollsten Vorkommnisse im Unterricht aufs Korn nahm. (Einstudiert wurde es nach Geschäftsschluss im Verkaufsraum von "Radio-Schenk" am Solinger Mühlenplatz.) Als Student schwärmte ich in den Semesterferien gelegentlich als Reporter-Praktikant fürs Solinger Tageblatt aus. Lokale Berichte wie den über ein "Hahneköpper"-Fest verlangten allerdings sehr viel Ur-Motivation. Als frisch gebackener Doctor rer.pol. aus Berlin stattete ich meiner Heimatstadt Mitte Oktober 1969 einen freiwilligen und dem Solinger Krankenhaus einen unfreiwilligen Besuch ab. Das Wiedersehen mit der alten Heimat musste selbstverständlich auch im Solinger "Blättchen" festgehalten werden:
                                                           "Langentbehrte Wohllaute wehen über den Bahnhof...".



 



Mein Taschenbuch Die Examensarbeit. Ein Leitfaden für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler ist als UTB 2657 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, erschienen. Das Buch richtet sich an Studierende und Lehrende wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Fächer. Es gibt in zwölf Lektionen praktische Anleitungen und psychopädagogische Tipps sowohl zur Anfertigung als auch zur Betreuung von schriftlichen Examensarbeiten. Hier geht's zum Inhaltsverzeichnis.





 Mit den Web-Veröffentlichungen ist es so eine Sache. Einerseits sind sie wirklich öffentlich, wenn auch virtuell. Andererseits können sie wirksamer versteckt sein als ein reales Büchlein in der Einsiedeler Klosterbibliothek. Zu solchen Krypto-Veröffentlichungen im Web zählt meine 
Satire über die Campus-Sozialisation, 
die Hochschullehrern und Studenten ans Herz gelegt sei. Mit einem Klick können Sie diese pdf-Datei (hoffentlich) aus dem Verborgenen ans Licht heben. Viel Spaß bei der Lektüre!
 



Bücher

  • Geschichte und Ordnungstheorie der Handelsfunktionen, Schriftenreihe der FfH Berlin, Dritte Folge, Band 5, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1970, 192 S.

  • Vertikale Preisbindung als Form vertikaler Kooperation, Betriebswirtschaftliche Schriften, Band 51, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1971, 131 S.

  • Vertriebssysteme zwischen Industrie und Handel (Mitautorin Andrea Wölk), Schriftenreihe der FfH Berlin, Dritte Folge, Band 6, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1971, 159 S.

  • Förderung absatzorientierter Unternehmensführung in mittelständischen Betrieben der Berliner Industrie (Mitautor Rolf Spannagel), FfH-Eigenverlag, Berlin 1971, 128 S.

  • Funktionen und Leistungen der Handelsvertretung im Wettbewerb der Vertriebssysteme (Mitautoren Rolf Spannagel/Andrea Wölk), Forschungsverband für den Handelsvertreter- und Handelsmaklerberuf, Köln 1974, 309 S.

  • Der Preisvergleich, Verlag C.E. Poeschel, Stuttgart 1981, 117 S.

  • Die Handelsvertretung als autonomes Vertriebssystem, Forschungsverband für den Handelsvertreter- und Handelsmaklerberuf, CDH-Eigenverlag, Köln 1983, 327 S.

  • Die Konzentration im Handel (Mitautoren Hiltrud Tenbrink/Horst Zündorf), Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1984, 441 S; ins Japanische übersetzt Tokyo 1988.

  • Marktwirtschaftslehre des Handels, Gabler-Verlag, Wiesbaden 1991, XXX S. + 699 S.; (Softcover Reprint der Originalausgabe, Gabler 2012, auch als eBook über Springer Link erhältlich).

  • Handelspsychologie, UTB 1899, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1995, 347 S.

  • Der Weisheit Anfang ...und die Zeit danach. Erinnerungen einer Klassengemeinschaft des Gymnasiums Schwertstraße Solingen an ihre Pennälerzeit (1948-1957) und ihre Nachschulzeit (bis 2004) (Mitherausgeber: Kurt Picard), Eigenverlag, Duisburg/Solingen 2004, 106 S.

  • Die Examensarbeit. Ein Leitfaden für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, UTB 2657, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, 216 S.

  • Psychologie im Handel. Entscheidungsgrundlagen für das Handelsmarketing, 2. Aufl., Oldenbourg Verlag München Wien, 2007, 329 S.

  • Stadtrandnotizen. Lokalglossen, Anno-Verlag, Rheinberg 2013, 187 S.
     



 Aufsätze (Auswahl)

  • Aufgabe und Leistung des Handels in Ost und West. In: FfH-Mitteilungen, Heft 10/1964, S. 1-4.

  • Der Verbraucher - Souverän oder Opfer der Marktwirtschaft?, In: FfH-Mitteilungen, Heft 8/9/1964.

  • Leistungsüberschneidungen zwischen Einzelhandel und Handwerk. In: FfH-Mitteilungen, Heft 11/1964.

  • Die Assimilation der deutschen Discounter. In: Discount-Informationen, Heft 7/1965.

  • Discountgeschäft - seine terminologische, logische und empirische Problematik. In: FfH-Mitteilungen, Heft 8/9/1965.

  • Fehleinschätzung der deutschen Discounter. In: Fachblatt für Selbstbedienung, 9. Jg., Heft 8/1965, S. 42-44.

  • Ökonomische Hebel auch für den Handel. In: Der Volkswirt, Jg. 19, Nr. 24/1965, S. 1201ff.

  • Amerikanische Erfahrungen mit Self Service-Tankstellen. In: FfH-Mitteilungen, Heft 3/1966.

  • Bücher im Wettbewerb. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 22. Jg., Nr. 37/1966, S. 1095.

  • Die Bedeutung der Betriebsformen für den spezifischen Wettbewerb im Handel. In: Jahrbuch der Absatz- und Verbrauchsforschung, IV. Quartalsheft 1966.

  • Die Vorzüge des Betriebsvergleichs für den Handel. In: Die Berliner Wirtschaft, 16. Jg., Heft 20/1966, S. 703ff.

  • Die soziale Marktwirtschaft im Urteil der Verbände. In: FfH-Mitteilungen, Heft 2/1966.
    Handelsforschung - wohin?. In: der neue weg. Fachzeitschrift für Handelsketten, Heft 4/1966.

  • Kritische Anmerkungen zur Lehre von den Handelsfunktionen in der Binnenhandelstheorie. In: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung (ZfbF), 18. Jg. NF, Heft 6/1966, S. 391ff.

  • Vertikale Preisbindung und freie Kalkulation als Alternative oder Synthese. In: Der Markenartikel, Heft 12/1966, S. 791-805.

  • Vertikale Preisbindung, freie Kalkulation und Leistungswettbewerb. In: Wirtschaft und Wettbewerb, 16. Jg., Heft 12/1966, S. 791ff.

  • WDW - Das erste deutsche Discount-Warenhaus. In: FfH-Mitteilungen, Heft 6/1966.

  • Warenpreis und Preiswettbewerb im Einzelhandel. Eine Replik. In: Mitteilungen des Instituts für Handelsforschung, 18. Jg., Heft 9/1966, S. 109-115.

  • “der test” ist da: Der Verbraucher hat das Wort. In: FfH-Mitteilungen, Heft 4/1966.

  • Die Last, eine Staatsgazette zu sein. In: Christ und Welt, Jg. XIX, Nr. 35 v. 2.9.1966, S. 6.

  • Bandbreiten-Preise. In: Der Volkswirt, Nr. 23/1967, S. 1119.

  • Das Berliner Ladenschlußexperiment. In: FfH-Mitteilungen, Heft 10/1967.

  • Die Bedeutung der Preisbindung für den Discounthandel. In: Fachblatt für Selbstbedienung, Heft 10/1967.

  • Die Mischung verschiedener Preisbildungsprinzipien in der Wettbewerbswirtschaft. In: Internationales Gewerbearchiv, Heft 2/1967.

  • Preisbindung mit Bandbreite. In: Der Markenartikel, Heft 5/1967, S. 211-215.

  • Die Problematik von Hersteller- und Handelsmarken. In: FfH-Mitteilungen, Heft 4/1967.

  • Die vertikale Preisbindung im Urteil der Verbraucher. In: FfH-Mitteilungen, Heft 6/1967.

  • Warentest - Hilfe auch für den Handel?. In: Handelsblatt Nr. 6 v. 9.1.1967, S. 7.

  • “Machtloser” Ordoliberalismus. In: Der Volkswirt Nr. 42/1967, S. 2319.

  • 10 Jahre Preisbindung. In: FfH-Mitteilungen, Heft 5/1968.

  • Handelsforschung im Dienste der Absatzwirtschaft. In: Rationalisierung, Heft 4/1968, S. 88.

  • Sind “neue Vertriebswege” stets volkswirtschaftlich nützlich?. In: Sonderausgabe des Industriekurier, März 1968.

  • Verbrauchermärkte: Boom voller Risiken. In: Handelsblatt Nr. 153 vom 12.8.1968, S. 9.

  • Wirtschaftspolitiker im Banne der “Lockvögel”. In: Fachblatt für Selbstbedienung, 12. Jg., Heft 1/1968.

  • Förderung des Wettbewerbs durch vertikale Preisbindung. In: Kosei Torihiki (“Fair Trade”), Heft 11/1968, S. 28ff.

  • Berliner Handelsumfrage zur Preisbindung. In: FfH-Mitteilungen, Heft 8/9/1969.

  • Boutiques und Verbrauchermärkte - Zwerge und Riesen im modernen Einzelhandel. In: Fachblatt für Selbstbedienung, Heft 2/1969, S. 46-51.

  • Die ideologischen Elemente in der Preisbindungsdiskussion. In: Jahrbuch für Absatz- und Verbrauchsforschung, Heft 4/1969, S. 332-342.

  • Die sogenannte Marktmacht des Handels. In: Marktwirtschaft, 1. Jg., Heft 4/1969, S. 8ff.

  • Einzelhandel mit oder ohne Dienstleistungen?. In: FfH-Mitteilungen, Heft 3/1969.

  • Handelsforschung: Nationalökonomen fehlen. In: Der Volkswirt Nr. 25 v. 20.6.1969, S. 33ff.

  • Qualitätskontrolle durch den Handel. In: Die Berliner Wirtschaft, Heft 23/1969, S. 756ff.

  • Start zur bundeseinheitlichen Artikelnumerierung ban. In: Fachblatt für Selbstbedienung, Heft 8/1969, S. 34ff.

  • Vertikale Preisbindung und Produktdifferenzierung. In: Kosei Torihiki (“Fair Trade”), Heft 9/1969, S. 7ff. (in japanischer Übersetzung).

  • Wie harmlos sind Preisempfehlungen? In: Handelsblatt Nr. 58 v. 24.3.1969, S. 15.

  •  "Langentbehrte Wohllaute wehen über den Bahnhof..." Heitere und sonstige Empfindungen beim Solingen-Besuch. In: Solinger Tageblatt v. 19.10.1969.

  • Handelsforschung - Luxus oder Notwendigkeit?. In: ZfbF, Heft 3/1970, s. 155-170.

  • Hersteller- und Handelsmarken im Wandel ihrer gegenseitigen Beziehungen. In: Der Markenartikel, Heft 2/1970, S. 39-47.

  • Strukturwandlungen im Einzelhandel unter besonderer Berücksichtigung des Lebensmitteleinzelhandels. In: Discount-Informationen, Heft 6/1970, S. 1-10.

  • Das Ladenschlußgesetz - Optimum oder Anachronismus?. In: Internationales Gewerbearchiv, Heft 2/1970, S. 86-94.

  • Der Blumengroßmarkt im Urteil des Blumengroßhandels. In: FfH-Mitteilungen, Heft 2/1971.

  • Der gegenwärtige Stand der vertikalen Preisbindung in Deutschland (japanische Übersetzung). In: Kokusai Torihiki. The Magazine of World Marketing and Distribution, no.2/1971, p. 39-56.

  • Händler werden ist nicht schwer. In: Tip, hrsg. von der Berliner Morgenpost, Heft 5/1971, S. 1-3.

  • Preisstabilisierung durch Preisbindung eine Ansichtssache? In: Frankfurter Zeitung, Blick durch die Wirtschaft, Nr. 123 v. 29.5.1971.

  • Fortschritt und Tradition im japanischen Handel. In: Der Markenartikel, Heft 3/1971, S. 107-112.

  • Marketing-Lehre in Deutschland. In: Marketing Journal, Heft 5/1971, S. 414-417.

  • Japans Binnenhandel im Umbruch. In: FfH-Mitteilungen, Heft 6/1971.

  • Öffentlichkeitsarbeit für den Einzelhandel? Eine Dokumentation mit Anmerkungen. In: FfH-Mitteilungen, Heft 3/1971.

  • Das aktuelle Stichwort: Ladenschlußgesetz. In: WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Heft 8/1972, S. 370f.

  • Der Handel im Spiegel der Arbeitsstättenzählung. In: FfH-Mitteilungen, Heft 12/1972, S. 4-8.

  • Kooperative Werbung und “Werbephilosophie” im Handel. In: FfH-Mitteilungen, Heft 3/1972, S. 1ff.

  • Das Fachgeschäft und die neuen Formen der Warenverteilung. In: Verändertes Konsumentenverhalten: die Überlebenschancen im Textileinzelhandel, hrsg. vom Schweizerischen Institut für gewerbliche Wirtschaft an der Hochschule St. Gallen, St. Gallen 1972, S. 24-38.

  • Das Preisbindungsverbot - ein Schildbürgerstreich. In: Monatsblätter für freiheitliche Wirtschaftspolitik, Heft 11/1973, S. 365f.

  • Das aktuelle Stichwort: Vertikale Preisempfehlung. In: WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Heft 7/1973, S.365f.

  • Preisempfehlungen - neue Analysen, alte Sorgen. In: FfH-Mitteilungen, Heft 3/1973, S. 1-6.

  • Theorie und Ideologie der Nachfragemacht des Handels. In: Wirtschaft und Wettbewerb, Heft 3/1974, S. 149-160.

  • Plädoyer für ein eigenständiges Handelsmarketing. In:FfH-Mitteilungen, Heft 7/1974, S. 1-5. (Erster Aufsatz zum Handelsmarketing!)

  • Handel und Handelspolitik in der Krise?. In: FfH-Mitteilungen, Heft 12/1974, S. 1-3.

  • Rabattpolitik als Marketing-Instrument. In: FfH-Mitteilungen, Heft 4/1975, S. 1-3.

  • Betriebsvergleich: Munition fürs Marketing?. In: Rationeller Handel, Heft 2/1976, S. 50-52.

  • Der Energiebedarf der Handelsvertreterbetriebe (Koautor: Rolf Spannagel). In: Der Handelsvertreter und Handelsmakler, Heft 13/1976, S. 689-692.

  • Der Energiebedarf des Handels. In: Die Berliner Wirtschaft, Heft 12/1976, S. 432.

  • Krisensymptome in Handelspolitik und Handelswissenschaft. In: Internationales Gewerbearchiv, Heft 1/1976.

  • Fordern und fördern. Nachdenkliches zur Verbraucherpolitik. In: Jahrbuch der Absatz- und Verbrauchsforschung, Heft 1/1977, S. 120-128.

  • Die “Gesetze” des Handels. In: WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Heft 5/1978, S. 328-331.

  • Polarisierung - die neue Handelsstrategie?. In: Der Markenartikel, Heft 10/1979, S. 578-589.

  • Handelsmarktforschung in Mehrbetriebsunternehmen. In: handels-rundschau, Heft 12/1980, S. 39-44.

  • Der deutsche Lebensmittelhandel - ohne Genossenschaften?. In: handels-rundschau, Heft 12/1980, S. 46-52.

  • Vielseitiges Handelsstudium in Duisburg. In: Niederrhein-Kammer, Heft 12/1980, S. 744f.

  • Qualitäts-Preis-Relationen von Herstellermarken und Handelsmarken. Eine empirische Überprüfung anhand von Warentestergebnissen. In: Jahrbuch der Absatz- und Verbrauchsforschung, Heft 2/1980, S. 129-145.

  • Chancen und Risiken der Schaufensterwerbung. In: BAG-Nachrichten, Heft 12/1981, S. 14-17.

  • Handelsmarken im strategischen Handelsmarketing. In: FfH-Mitteilungen, Heft 3/1982, S. 1-6.

  • Das Handelsstudium an der Gesamthochschule Duisburg. In: Rationeller Handel, Heft 3/1982, S. 62-65.

  • Marktforschung für mittelständische Handelsbetriebe. In: Niederrhein-Kammer, Heft 8/1982, S. 405f.

  • Die Handelsvertretung als autonomes Vertriebssystem. In: Der Handelsvertreter und Handelsmakler, Heft 23/24/1983, S. 1156ff.

  • Verkauf unter Einstandspreis. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 43 v. 21.2.1983, S. 14.

  • Der Begriff “Konzentration im Einzelhandel” fungiert weitgehend als Leerformel. In: Handelsblatt Nr. 186 v. 1.10.1984, S. 18.

  • Die Wahrheit über den Ladenschluß. In: Lebensmittel Zeitung Nr. 37 v. 14.9.1984, S. F 10-13.

  • Die Konzentration im Handel - auf schwankendem theoretischen Grund. In: Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik (1984).

  • Handelsmarken als Instrument strategischer Handelsbetriebsführung. In: Lebensmittel Zeitung, Nr. 43, 44, 45 und 47/1984, S. F 26-29, S. F 10f., S. F 26-28 und S. F 26f.

  • Vom Flohmarkt zur größten Schrotthandlung. Das Ruhrgebiet als Handelszentrum. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 201 v. 8.9.1984, S. 13.

  • Die Wissenschaft von den Klein- und Mittelbetrieben. In: Neue Zürcher Zeitung Nr. 241 v. 16.10.1984, S. 21.

  • Feierabendfanatismus. In: Handelsblatt Nr. 244 v. 21.12.1987, S. 18.

  • Konzentration und Nachfragemacht im Handel aus der Sicht der Handelswissenschaft. In: Verbraucherpolitische Hefte, Dez. 1987, S. 53-71.

  • Auch für “Siebenkorn” und “Veilchenhobel” gelten die Regeln der Betriebswirtschaft. In: Stuttgarter Zeitung Nr. 206 v. 8.9.1988, S. 13.

  • Der Staat als Anti-Händler? Der Großhandel gehört nicht ins Ladenschlußgesetz. In: Lebensmittel Zeitung Nr. 35 v. 2.9.1988, S. 100f.

  • Kulturtransfer braucht den Einzelhandel. In: BAG-Nachrichten (1990).

  • Wettbewerbs- und Binnenhandelspolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Kongreßbericht v. 19.10.1990 an der Universität Tartu (estnische Übersetzung: Dr. Jüri Sepp).

  • Freier Handel und Markt. In: Berliner Zeitung Nr. 139 v. 18.6.1991, S. 21.

  • Die Interdependenz von Handel, Markt und Marktwirtschaft. In: Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, Bonn 1992 (Juni), S. 53-57. 

  • Handel, Markt und Marktwirtschaft. In: LZ-Journal (1992).

  • Verbundlehre: Neuer Wissenschaftsansatz für die Kooperation. In: Der Verbund, 6. Jg., Heft 1/1993, S. 4-7. 

  • Die Handelsspanne als zentrale Leistungs- und Führungskennzahl des Handels (Teile I und II). In: wisu, Heft 1/96, S. 43-49, und Heft 2/1996, S. 133-140. 

  • Mehr Service und Sortiment gefragt. Pilotstudie zum Duisburger Fruchtgroßhandel (Koautor Ronny Winkler). In: Lebensmittel Zeitung Nr. 24 v. 14.06.1996, S. 68-70. 

  • Ein interessanter Wachstumsmarkt: Der Handel mit Frischobst und -gemüse aus ökologischem Anbau. In: Lebensmittelzeitung Nr. 19 v. 9.5.1997, S.60f. 

  • Fruchthandel noch wenig konzentriert. In: Dynamik im Handel, Heft 10/1997, S. 38-43.

  • Schwachstellen bei der Präsentation von O+G im LEH. In: LZ Nr. 17 vom 24. April 1998, S. 63.

  • Fruchthandelsforschung im Dienste der Praxis. In: Fruchthandel Magazin, Heft 2/1999, S. 34 - 38.

  • Electronic Retailing: O + G auf der Datenautobahn. In: Dynamik im Handel, Heft 9/2000, S. 34f.

  • Der Internet-Einkauf von Frischobst und -gemüse im Praxistest. In: Fruchthandel-Magazin, Heft 37/2000, S. 36-38. 

  • Handel im Umbruch. In: Grundstücksmarkt und Grundstückswert, Heft 6/2000, S. 343-348. 

  • Frischobst aus dem Internet? Neue Absatzchancen auch für Kleinbetriebe. In: Duisburger Universitäts-Report, Ausgabe 1/2001, S. 14.

  • Mosaikstein für mehr Attraktivität. Beispiel Duisburg: Studie untersucht das Obst- und Gemüseangebot als Element des Stadtmarketing. In: LZ Nr. 30 v. 27.7.2001, S. 42.

  • Studium & Praxis. 120 Mal mit Erfolg: Unternehmergespräche. In: Mittendrin. Magazin für die Mitglieder der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Heft 2002, S. 23.

  • Alles für die Studenten. In: Der Tagesspiegel Nr. 18900 v. 21.07.2005, S. 28.

  • Psycho-Tipps zur Examensarbeit. In: CAMPUS AKTUELL. Newsletter der Universität Duisburg-Essen Nr. 11/2005. 

  • Die Examensarbeit ohne Stress? In: WiSt. Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 35. Jg., Heft 3/März 2006, S. 173f.

  • Deutsch als Papageiensprache. Floskel-Deutsch - und wie man ihm spielerisch auf die Schliche kommt. In: Wortschau Nr. 10, Februar 2010, ISBN 978-3-9812928-5-5, S. 8-11.

  • Grünblau bei der Zahnprophylaxe. In: Wortschau Nr. 12, März 2011, S. 28, ISBN 978-3-9814014-1-7.

Beiträge in Sammelwerken und Lexika

  • Werbung und Markttransparenz. In: Handbuch der Werbung, hrsg. von K. Chr. Behrens, Wiesbaden 1970, S. 57-68.

  • Absatztheorie, funktionale. In: Handwörterbuch der Absatzwirtschaft HWA, Stuttgart 1974, Sp. 110-120.

  • Dogmengeschichte des Handels. In: HWA, Stuttgart 1974, Sp. 487-504.

  • Handelsforschung. In: Marketing Enzyklopädie, Band 1, München 1974, S. 891-900.

  • Markttransparenz. In: Marketing Enzyklopädie, Band 2, München 1974, S. 825-833.

  • Vertriebssysteme. In: HWA, Stuttgart 1974, Sp. 2116-2130.

  • Betriebsvergleich und Marketing. In: Erfolgskontrolle im Marketing, Berlin 1975, S. 346-364.

  • Die “Gesetze” des Handels. In: Betriebswirtschaftliche Gesetze, Effekte und Prinzipien, München 1979, S. 28-37.

  • Handelsforschung gestern und heute. In: Handelsforschung heute. Festschrift 50 Jahre FfH, Berlin 1979, S. 25-45.

  • Handelsforschung. In: Das große Lexikon für Handel und Absatz, hrsg. von B. Falk, 2. Aufl., Landsberg 1982, S. 311-314.

  • Handelsmarketing. In: Das große Lexikon für Handel und Absatz, hrsg. von B. Falk, 2. Aufl., Landsberg 1982, S. 324-328.

  • Vertikale Preisempfehlung. In: Preistheorie und Preisverhalten, München 1982, S. 263-278.

  • Grundprobleme der Wettbewerbspolitik für den Lebensmittelhandel. In: Handelsforschung 1986, hrsg. von Volker Trommsdorff, Heidelberg 1986, S. 127-140. 

  • Konzentrationsprozeß - Chancen des Einzelnen. In: 25 Jahre FÜR SIE - Discount setzt sich durch, hrsg. von Gottfried Theuer/Arnold Witte, Köln 1987, S.34-47. 

  • Konzentration und Nachfragemacht im Handel aus der Sicht der Handelswissenschaft. In: Verbraucherpolitische Hefte, Dez. 1987, S.53-71. 

  • Standortkontrolle durch nonverbale Imageanalyse. In: Handelsforschung 1988. Jahrbuch der FfH, hrsg. von Volker Trommsdorff, Heidelberg 1988, S. 65-79. 

  • Wettbewerbsverhältnisse im Handel. In: Handelsforschung 1989. Jahrbuch der FfH, hrsg. von Volker Trommsdorff, Heidelberg 1989, S. 93-117. 

  • Handel und Kultur. In: Handel und Kultur, hrsg. von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (BAG), Köln 1990, S. 7-27. 

  • Handel und Kultur (Erweiterte Fassung). In: Erklärungen des modernen Handels. Festschrift anläßlich des 60. Geburtstags von Professor Takeshi Suzuki. (In japanischer Sprache), Kyoto 1991, S. 80-97. 

  • Wettbewerbsstruktur im deutschen Handel. In: Absatzwirtschaft in Japan und Deutschland, hrsg. von Erich Batzer/Helmut Laumer/Takeshi Suzuki, Berlin/München 1992, S. 123-168. 

  • Preisauszeichnung. In: Vahlens Großes Marketing Lexikon, hrsg. von Hermann Diller, München 1994, S. 893f.

  • Handels- und Gattungsmarken. In: Handbuch Markenartikel, Erster Band, hrsg. von Manfred Bruhn, Stuttgart 1994, S. 57-78. 

  • Handelsbetriebe. In: Handwörterbuch des Marketing (HWM), 2. Aufl., hrsg. von Bruno Tietz/Richard Köhler/Joachim Zentes, Stuttgart 1995, S. 851 - 863. 

  • Funktionen, Erfolgsbedingungen und Psychostrategie von Handels- und Gattungsmarken. In: Handelsmarken, hrsg. von Manfred Bruhn, 2. Aufl., Stuttgart 1997, S. 71-96.

  • Informationsmanagement aus der Sicht der Handelspsychologie. In: Handelsforschung 1996/97, hrsg. von Volker Trommsdorff, Wiesbaden 1996, S. 445-461.

  • Funktionen, Erfolgsbedingungen und Psychostrategie von Handels- und Gattungsmarken (1996). In: Handelsmarken im Wettbewerb, hrsg. von Manfred Bruhn, 2. Aufl., Stuttgart 1997, S. 71-96. 

  • Ansatzstellen der Kundenorientierung im Einzelhandel und ihre Implikationen. In: Handelsforschung 1997/98, hrsg. von Volker Trommsdorff, Wiesbaden 1997, S.21-43. 

  • Der Innovationsvirus - Betrachtungen eines Betroffenen. In: Handelsforschung 1998/99, hrsg. von Volker Trommsdorff, Wiesbaden 1998, S. 1-6.

  • Zum Stellenwert der Verbundgruppen in den Wirtschaftswissenschaften. In: Kooperation im Wandel. Zur Bedeutung und Entwicklung der Verbundgruppen. Jubiläumsschrift anläßlich des 50-jährigen Bestehens des ZGV, hrsg. von Günter Olesch, Frankfurt a.M. 1998, S. 153-181.

  • Vierzig Jahre moderner Handel in der Bundesrepublik Deutschland. In: Distribution im Aufbruch. Eine Bestandsaufnahme an der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend, hrsg. von Otto Beisheim, München 1999, S. 443-468.

  • Richtungweisende Umbrüche im Handel. In: Aufbruch durch Innovation. Beiträge aus Forschung, Beratung und Handelspraxis, hrsg. von der BBE Köln, Köln 1999, S. 17-47.

  • Das Vier-Märkte-Konstrukt als verhaltenstheoretischer Erklärungsansatz der Machtkonstellationen des Handels. In: Handelsforschung 1999/00, hrsg. von Volker Trommsdorff, Wiesbaden 2000, S. 215-232.

  • Handelsmarketing für kleine und mittlere Unternehmen auf der Grundlage des Vier-Märkte-Ansatzes. In: Jahrbuch der KMU-Forschung 2000, hrsg. von Jörn-Axel Meyer, München 2000, S. 373-389.

  • Der Vier-Märkte-Ansatz als Heuristik für ein differenziertes Marketing von KMU. In: Unternehmer und Unternehmensperspektiven für Klein- und Mittelunternehmen. Festschrift für Hans Jobst Pleitner, hrsg. von Emil Brauchlin und J. Hanns Pichler, Berlin 2000, S. 461-476.

  • Die Wettbewerbsbesonderheiten des Handels und der Handelskooperationen. In: Handelsforschung 2000/01. Jahrbuch des FfH-Institut für Markt- und Wirtschaftsforschung, hrsg. von Volker Trommsdorff, Köln 2001, S. 173-198.

  • Handelsbetriebslehre im Hochschulunterricht. In: Handelsforschung 2003. Neue Erkenntnisse für Praxis und Wissenschaft des Handels. Jahrbuch des FfH-Institut für Markt- und Wirtschaftsforschung, hrsg. von Volker Trommsdorff, Köln 2003, S. 443-461.

  • Preisvergleiche. In: Handbuch Preispolitik, hrsg. von Hermann Diller und Andreas Herrmann, Wiesbaden 2003, S. 791-810.

  • Handels-, Gattungs- und Premiummarken des Handels. In: Handbuch Markenführung. Kompendium zum erfolgreichen Markenmanagement, hrsg. von Manfred Bruhn, 2. Aufl., Band 1, Wiesbaden 2004, S. 119-150.

  • Perspektiven des Großhandels im Internetzeitalter. In: Handelsforschung 2005, hrsg. von Volker Trommsdorff, Stuttgart 2005, S. 375-406.

  • Der Handel und die Tradition der Vorurteile. In: Handel in Theorie und Praxis. Festschrift zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Dirk Möhlenbruch, hrsg. von Gesa Crockford/Falk Ritschel/Ulf-Marten Schmieder, Wiesbaden 2013, S. 1-25.

Gutachten

  • Förderung absatzorientierter Unternehmensführung in mittelständischen Betrieben der Berliner Industrie. FfH-Studie im Auftrage des Rationalisierungs-Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft e.V. (Mitautor Rolf Spannagel), Berlin 1972, 128 S.

  • Die Bedeutung der vertikalen Preisbindung für die Gesamtwirtschaft und für den Bereich des Kfz.-Handel und -Handwerks in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1973, 24 S.

  • Denkschrift zur Unverbindlichen Preisempfehlung bei Markenwaren, im Auftrage des Markenverbands e.V., Wiesbaden 1977, 19 S.

 

Diskussionsbeiträge

  • Psychologie im Handel.
    Diskussionsbeitrag Nr. 77 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Universität-GH- Duisburg, Duisburg 1985, 72 S.

  • Alternativer Handel. Begriff - Befunde - Bibliographie.
    Diskussionsbeitrag Nr. 94 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Universität-GH- Duisburg, 3. überarb. Aufl., Duisburg 1987, 87 S.

  • Der Automatenvertrieb. Theoretische, empirische und literarische Untersuchungen über eine "vergessene" Betriebsform des Einzelhandels.
    Diskussionsbeitrag Nr. 115 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Universität-GH- Duisburg, Duisburg 1988, 102 S.

  • Stadtmarketing und Citymanagement. Gedanken zu Problemzonen und  Problemlösungen.
    Diskussionsbeitrag Nr. 257 des Fachbereiches Wirtschaftswissenschaft der Universität-GH-Duisburg, Duisburg 1998, 41 S.

  • Der Internet-Handel mit Obst und Gemüse in Deutschland. Bestandsaufnahme und kritische Würdigung.
    Diskussionsbeitrag Nr. 275 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Universität-GH-Duisburg, Duisburg 2000, 34 S.

  • E-Commerce, Internet-Handel und Marktwirtschaft.
    Diskussionsbeitrag Nr. 279 des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Duisburg 2001, 36 S.


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Dieses illustrierte Zeitzeugnis (106 S.) meiner Klasse des Gymnasiums Schwertstraße zu Solingen über unsere (maximale) Pennälerzeit von 1948 bis 1957 ist im Buchhandel nicht zu erwerben.

Interessenten wenden sich bitte an das Solinger Stadtarchiv, Gasstr. 22B, 42657 Solingen, oder an die Bibliothek des Gymnasiums Schwertstraße, Schwertstr. 19, 42651 Solingen. 






Ungehaltene Festrede

Am Abend des 28. Oktober 1988 beging meine Hochschule in ihrem Audimax einen heiteren Festakt "333 Jahre Universität Duisburg". Ich hatte eine akademische Festrede "333 Jahre Fortschritt" vorbereitet und wollte sie standesgemäß im Gehrock vortragen. Kurz vor dem festlichen Abend wurde mir beschieden, meine Rede sprenge wegen Überlänge den Rahmen. Sie war dann ganz, was ich ziemlich war: ungehalten. Immerhin erschien sie ein halbes Jahr später in einer Uni-Broschüre. Ein Exemplar der Mini-Auflage dürfte heute kaum noch aufzutreiben sein. Daher sei sie Freunden der Komik in der Universitätsgeschichte zugänglich gemacht, und zwar als pdf-Datei hier.






Sprachmonster: Shoptainment City 


"Shoptainment City Duisburg" – als Sammelname für die gesamte Duisburger Innenstadt? Erster Gedanke: Jetzt sind die total durchgeknallt! Zweiter Gedanke: Zu früh aufgeatmet – von dem "Factory Outlet Center" (FAC) und dem "Urban Entertainment Center" (UEC) konnten wir gerade noch verschont werden. Und nun das! Dritter Gedanke: Vor einem Dutzend Jahren wurden -zigtausend Mark für eine Düsseldorfer Werbeagentur hinausgeworfen, die dafür den hinreissend überzeugenden Slogan "Duisburg – in the heart of Europe" ausbrütete, Verzeihung: kreierte. Und nun das! Vierter Gedanke: Vor ein paar Jahren muß irgendjemand irgendjemanden gekannt haben, der auf der Basis eines voll ausreichend bestandenen Kleinen Latinums das Sprachmonster "MultiCasa" zusammenschraubte und euphorische Begriffsverbreiter fand. Und nun das! Von einer sprachlich-architektonisch kongenialen Tätergemeinschaft wurden wir alsdann mit dem Luftschloss-Modell einer harmonisch umgestalteten City zwischen Hauptbahnhof und Schwanentor eingelullt, das wenigstens nicht länger das Ziel "Steigerung der Attraktivität der Innenstadt", sondern das Ziel "Senkung der Inattraktivität der Innenstadt" implizierte. Aber nun das: in der Neuen Mitte ein Spielkasino an Stelle der traditionsreichen, mit bester Akustik, wenn auch mit Bahnhofscharme ausgestatteten Konzerthalle! Ausgerechnet ein ZockerZentrum (ZZ) für Spielsüchtige, auf deren Kosten dem Landeshaushalt, der Landesstiftung für Wohlfahrtspflege und dem städtischen Haushalt einige Steuermillionen zugeführt werden sollen! Fünfter Gedanke: Was passiert, wenn jemand aus Cannes, Mailand oder Buxtehude den Durchknaller-Sammelnamen versteht, beim Wort nimmt, sich in den Zug setzt und hier nach Überquerung des Dressler-Lochs durch Gallenkampstraße, Hohe Straße und Am Buchenbaum schlendert auf der Suche nach der "Shoptainment City"? Letzte Gedanken: Müssen wir Bürger uns wirklich alles gefallen lassen? Können wir nicht von den Schweizern lernen? Deren Zürcher "Weltwoche" hat seit dem 10. Januar im Internet ein öffentliches Forum geöffnet: "Möchten Sie ein Spielkasino in Ihrer Nachbarschaft?" Das sollte Duisburg einmal kopieren. Die Antworten böten garantiert mindestens soviel Entertainment wie das Shopping in unseren SCD-Schnäppchenläden und Jeans-Shops!

  

 (Leserbrief in der Rheinischen Post Nr. 59 vom 10.03.2001)


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Der Innovationsvirus - Betrachtungen eines Betroffenen


Ahnungen

Da haben wir wieder so ein weasel word: Innovation. Es hat die Wissenschaft und die Wirtschaft, vor allem die Wissenschaft von der Wirtschaft gründlich unterwandert. Es nistet sich überall ein. Innovation eint die Konservativen und die Fortschrittlichen. Trefflicher als der Pressesprecher der Alma mater Rostochiensis (gegr. 1419) kann man es kaum formulieren: “Die Universität Rostock - aus Tradition innovativ”. Daß “Innovation” für alles und jedes herhalten muß, wäre an sich nicht weiter schlimm. Und der Wettlauf um Begriffsdiffusion belebt ja auch das Geschäft: Jeder will Zweiter sein. (Es sei denn, die invention gelingt ihm selbst). 

Was die Sache problematisch macht, ist das subliminale Unterwandern, das heimtückische Einschleichen des Begriffs “Innovation”. Sein Benutzer erliegt der wahnhaften Idee, etwas unerhört Neues vorzutragen. Der Hörer oder Leser, beeindruckt von der unerhörten Neuigkeit, verspürt sogleich die selbstwerthebende Wirkung des Begriffs und benutzt ihn hinfort selbst so oft wie möglich. Die epidemische Verbreitung des Begriffs ist garantiert - Rudolf Seyfferts Ideal der “Werbeweiterpflanzung”, kommunikationspathologisch gewendet. 

Ich kann das Wort “Innovation” nicht mehr hören, muß es aber hören. Ich kann es auch nicht mehr lesen, muß es aber lesen, da es sich in alle Texte einschleicht. Zum Weghören und Weggucken ist es immer schon zu spät. Erste Ahnungen steigen auf: Der Begriff “Innovation” steckt an, er ist infektiös, er hat Virus-Charakter - und ein Anti-Innovationsvirus ist nicht in Sicht.

Alltagsbefunde

An einem ganz normalen Arbeitstag ergeht es einem Hochschul-Werktätigen wie mir so: Als erstes berichtet das Weckradio, die Innovation aus dem Hause X habe den zweiten Elchtest nicht bestanden. Aus der Frühstückszeitung erfährt man etwas über das riesige Innovationspotential der Fusion von Y und Z. Auf der Fahrt zum Arbeitsplatz grüßen Innovations-Verheißungen einer politischen Partei von Plakatwänden. Bei der Öffnung der Briefpost fällt einem die Einladung zum XXXIII. Kongreß der deutschen Marktforschung entgegen, der unter dem Motto “Kreativität und Innovation” Vorträge über “Neue Methoden der Innovations-Begleitforschung” und “Die Innovationsspirale als Herausforderung für originäre Ansätze der Trendforschung” in Aussicht stellt. Sodann präsentiert sich in einem Prospekt die neue Zeitschrift “European Journal of Innovation Management” (One innovation you can be part of, right from the start). Schließlich fällt der Blick auf einen ansprechenden Verlagskatalog - aus dem Hause InnoVatio... Nach der Postdurchsicht sind noch Telefonate und etwas Textverarbeitung fällig. (Hoffentlich sind PC und Faxgerät auch mit dem innovativen Telefon-Adapter von Hicom verbunden!) Was ist für meine folgende Vorlesung angekündigt? “Betriebstypen-Innovation”! Früher war ich glücklich, die studiosi zu schöpferischer Neukombination typenbildender Elemente anzuspornen. Meine eigenen Entwürfe eines rollenden Taschenbuch-Automaten und eines Champagner-Zustelldienstes haben mich ehedem mit Stolz erfüllt. (Schenk 1991, S. 166) Jetzt ängstige ich mich. Ständig fallen mir weitere Infektionen ein: Stelle ich in meinen Vorlesungen nicht permanent innovative Kooperationsformen, innovative Logistik- und innovative Präsentationslösungen vor? Auch Service-Innovationen, das Wunschbild der Innovationsfunktion von Handelsmarken und selbst das Innovationsmanagement, für das von Bochum bis Freiberg schon Lehrstühle eingerichtet wurden, haben sich in meinen Lehrstoff eingeschlichen. In wie viele Kladden mag die 6-Felder-Matrix mit Markt- und betrieblicher Innovation sowie mit Produkt-, Prozeß- und Service-Innovation Eingang gefunden haben! Reichlich spät fällt mir nun auf, daß ich - als Lehrender selbst infiziert, dabei nicht einmal Zweiter im Diffusionswettlauf - zahllose junge Menschen fortgesetzt infiziert habe. Nach der Vorlesung hält der Normalarbeitstag noch folgende Normalüberraschungen bereit: Beim One-stop-shopping begegnet man dem Armband-Chronometer mit Weltzeituhr, einer echten(!) Innovation, sowie dem total innovativen elektrischen Käsehobel. Daheim überfällt einen jemand, der seine unzulässige Telefonofferte seit der letzten Fortbildung für partnership marketing hält, mit seinem äußerst innovativen Anlagemodell für ein Bananenschiff. Er wird abgelöst von einem Werber für ein INNOVATIO Allfinanz & Immobilien Franchise-System: “Nutzen Sie die Fülle der phantastischen Erfolgs-Chancen, mit denen Sie INNOVATIO auf die Überholspur bringt.” Sind die Anlage- und Überholspurwerber abgehängt, darf man zur Tagesschau keine Minute zu früh kommen, will man nicht zu der neuesten Telekom-Innovation überredet werden. Mit der Bettruhe könnte der Innovationsstress enden - wären da nicht die Normalalpträume von deprimierenden Innovationen an meiner Reformuniversität...

Frühe Warnzeichen

Dabei war ich als Handelsforscher gewarnt vor Innovationen in der Wissenschaft. Als Beobachter der unerhört innovativen Selbstvermarktungslehre, welche - dank Herbert Gross vor allem - in der alten Bundesrepublik die traditionsreiche Handelswissenschaft in einem Siegeszug sondergleichen geschlagen hat, erkannte ich von Anfang an das Wüten der Innovationsinfektion: Aus “Verkaufsleiter-Clubs” wurden “Marketing-Clubs”; aus der “Einführung in die Lehre von der Absatzwirtschaft” (1968) wurde seit der dritten Auflage (1970) “Marketing”; aus dem Gutenbergschen “absatzpolitischen Instrumentarium” wurden die “Elemente des Marketing-Mix”; das “Handwörterbuch der Absatzwirtschaft” (HWA) mutierte 21 Jahre später (1995) zum “Handwörterbuch des Marketing, 2. Aufl.” (HWM). Auch Bindestrich-Innovationen bieten ein viröses Tummelfeld. In einem Lexikonbeitrag der gehobeneren Art findet sich unter “Innovation” in nur anderthalb Textspalten folgende bescheidene Auswahl ein: Prozeß-, Produkt-, Verfahrens-, Sozial-, Basis-, Folge-, Verbesserungs-, Radikal- und Inkremental-Innovationen. (Trommsdorff 1992, S. 459f.) Gleich nach der Wende versuchten Wessis, die renommierte Handelshochschule Leipzig aus dem Jahre 1898 radikal-innovatorisch in eine “Hochschule für Marketing” umzufirmieren. Allerdings fand der Innovationsvirus in der resistenten (oder renitenten?) Leipziger Bildungsstätte, die sogar den real existierenden Sozialismus überlebte, (noch?) keine Eindringpforte. Herzlichen Glückwunsch! Zum 100-jährigen Bestehen. 

Was das Innovationsmarketing unter Innovation versteht, hätte mich auch stutzig machen sollen: “Eine Innovation liegt dann vor, wenn entweder der Hersteller ein für ihn neuartiges Produkt entwickelt und anbietet oder wenn das Produkt aus Sicht der Verwender neuartig ist”. (Sattler; Schrader 1995, Sp. 996) Na klar: keine Innovation im Handel! Der “Wertkost”-Fruchtsaft wäre demnach für die Edeka als Anbieterin der Eigenmarke nie, sondern allenfalls für unsere Großmutter als Verwenderin eine Innovation gewesen. Welch schöne Logik der innovativen (Vermarktungs-)Forschung: ein und dasselbe Erzeugnis gleichzeitig Innovation und Nichtinnovation! Mir war auch nie entgangen, daß manch innovative Idee zur falschen Zeit oder am falschen Ort erprobt wurde und scheiterte, etwa der Automatenladen Ende der 60er Jahre in Wiesbaden oder die fahrenden Läden im Berlin der 30er Jahre, von Gottlieb Duttweiler und Konrad Mellerowicz bei einem Spaziergang um den Schlachtensee ausgeheckt. Und wie lange ist eine Innovation eine Innovation? Aber die Innovations-Zweifel reichten noch nicht aus.

Als methodologisch aufgeschlossenem Menschen waren mir die ideologischen Tricks aus Lenins Lehre der qualitativen Begriffe und sogar der Krypto-Normativismus, der von den Mannheimer Methodologen so gründlich entlarvt wurde, vertraut. Wie man mit positiv oder negativ aufgeladenen Begriffen agitiert; wie man mit wichtigtuerischen Begriffsübernahmen aus entlegenen Wissensgebieten die eigene Fachwissenschaft “penetriert”, ohne daß jemand den Bluff erkennt; wie man mit Entlehnungen aus dem Lateinischen, Japanischen und Englischen oder mit Abkürzungen die Fachsprache innovativ-ideologisch durchsetzt, das alles war mir lange geläufig. In meiner Sprachvirologie hatte ich hübsche Beispiele identifiziert: den “klassischen Markenartikel”, die “Distribution” über “outlets”, den “fraktalen” Bluff eines innovatorischen Trendforschers oder Innovationskürzel wie DPR, ECR, CM, SCM, CR usw. mit ihrem höchst effizienten Early-Adaptor-Infektionspotential. Nun schwant mir die Heimtücke der infektiösen BWL-Kürzel: Sie treiben nur in den Köpfen ihr Unwesen - im Gegensatz zu den Techniker-Kürzeln. Wenn Mercedes-Benz-Ingenieure von ABS, ASR, BAS und ESP in der A-Klasse schwärmen, dann steckt das alles auch drin in der A-Klasse! Aber daß die semantischen Techniken epidemisch-virös wirken, das erkenne ich erst seit kurzem.

Diagnose

Human- und Tiermedizin lehren uns, die Augen vor Virusinfektionen nicht einfach zu verschließen, sondern sich gründlich an die Diagnose von und auf die Suche nach neuen Viren zu machen. Analogie-bewußt habe ich daher vier Diagnose- und Suchexperimente unternommen. Das erste Experiment führte zu keinem brauchbaren Ergebnis: Im Deutschen Universal-Wörterbuch des Dudenverlags (2. Aufl., 1989) stieß ich unter “Innovation (Wirtsch.)” auf “Realisierung einer neuartigen, fortschrittlichen Lösung für ein bestimmtes Problem, bes. die Einführung eines neuen Produkts od. die Anwendung eines neuen Verfahrens”. Das konnte es nicht sein. Darunter ließen sich “self-scanning” oder “electronic commerce” ohne weiteres subsumieren, ebenso der dernier cri der Prozeßkostenrechnung im Handel, die schon Ende der 20er Jahre diskutiert wurde - nur nicht epidemisch-infektiös. Das zweite Experiment erwies sich als glatter Fehlversuch: Medizinische und psychologische Nachschlagewerke schwiegen sich über den Innovationsvirus gänzlich aus. Das dritte Experiment verlief recht befriedigend: Das Durchkämmen meiner lehrstuhleigenen Literaturdatenbank HAWIST, die ich vormals selbst leichtfertig als Innovation ausgegeben hatte, zeitigte einen Sucherfolg. Nach Aufruf des Stichworts “Innovation” wurden nicht weniger als 106 Zeitschriftenaufsätze ausgewiesen, allein für die letzten acht Jahre. Richtig fündig wurde ich beim vierten Experiment mit Hilfe des Internet: Von den vielen verfügbaren Suchmaschinen habe ich nur drei bemüht, a) AltaVista.digital.com, b) fireball.de und c) lycos.de. Das reichte. Auf die query zum Stichwort “Innovation” wurden am 16.4.1998 folgende epidemiologische WWW-Ergebnisse mitgeteilt:

a): 1.050.750 documents, von “Global Innovation master’s program recruits students” bis “HPM, Sheet: Unparalleled Innovation”; 

b): 19.313 Treffer, Worthäufigkeiten: 30.421, von “Innovation und Umwelt” bis “Sonntags-Zeitung Nachrichten”; 

c): 55.571 Webseiten. Nach 30 Minuten Durchblättern wurde mit Eintrag Nr. 500 “Innovation: Organization for the Promotion of Energy Tech” die Suche beendet.

Mag sein, daß sich das Resultat sehen lassen kann: Die globale Innovations-Infektion ist jedenfalls verifiziert. Auf die vertiefte Innovations-Suche im Internet mögen sich andere begeben und -zigtausende von links anklicken - und hoffentlich wieder gesunden!

Über meine Forschungsergebnisse bin ich keineswegs glücklich. Im Gegenteil, ich bin betroffen und gestehe, daß mich beides, die Infektion unschuldiger junger Menschen und die Selbstinfektion mit dem Innovationsvirus, sehr belastet. Die Enttäuschung über die vergebliche Hoffnung, der Befall mit dem Innovationsvirus möge auf meinen Rhein-Ruhr-Dunstkreis beschränkt sein, tut ein übriges. 

Therapie

In dieser Situation habe ich mir, mangels eines Anti-Innovationsvirus, eine ablenkende Therapie auferlegt: Ich wende mich wieder mehr Schöngeistigem zu, nicht zuletzt, um endlich zu Tiefschlaf ohne jene Normalalpträume zurückzufinden. Dabei hat mir die knappe Erzählung von einem Kaiser bestens geholfen. Der Kaiser, der für eine Prozession alle seine Kleider ausgezogen hatte, wurde von den Kammerherren wie von den Leuten auf der Straße ob seiner großartigen neuen Kleider bejubelt, bis ein kleines Kind sagte: “Er hat ja nichts an, er hat ja nichts an!” “Und dann spreizte er sich noch stolzer, und die Kammerherren trugen die Schleppe, die garnicht dawar!” (Andersen 1839, S. 194) Eine ähnlich starke und wohltuende therapeutische Wirkung erhoffe ich nun von einer anderen schöngeistigen Lektüre. Ich kann sie kaum erwarten - die Beiträge zu “Innovation im Handel” in diesem Jahrbuch. 


Literatur

Sattler, H./Schrader, St.: Innovationsmarketing. In: Tietz, B./Köhler, R./Zentes, J. (Hrsg.), Handwörterbuch des Marketing, 2. Aufl., Stuttgart 1995, Sp. 996-1008. 
Schenk, H.-O.: Marktwirtschaftslehre des Handels, Wiesbaden 1991. (Innovationsvirus-infiziert!) 
Andersen, H.C.: Märchen und Erzählungen (1839), übertragen aus dem Dänischen von Werner Wolf, Odense 1983. 
Trommsdorff, V.: Innovation. In: Diller, H. (Hrsg.), Vahlens Großes Marketinglexikon, München 1992, S. 459f. 

(Veröffentlicht in: Handelsforschung 1998/99. Jahrbuch der Forschungsstelle für den Handel Berlin (FfH) e.V., hrsg. von Volker Trommsdorff, Wiesbaden 1998, S. 1-6) 

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„Unternehmergespräche“ – ein gelungenes Lehrexperiment

 

Zu Beginn des Wintersemesters 1978/79 schlug der Verfasser dem damaligen Geschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer und Leiter des Handelsressorts, Herrn Herbert Schenk (nicht verwandt und nicht verschwägert), ein neuartiges gemeinsames Lehr- und Lernexperiment vor: Man möge den Versuch wagen, einmal im Monat je zehn Handels­un­ternehmer und Handelsstudierende zu einem Generalthema pro Semester an einen „runden Tisch“ zu bringen. Solche Diskussionsrunden unter der Bezeichnung „Unternehmergesprä­che“ müssten doch ein anregendes, wenngleich ungewohntes Forum zum beiderseitigen Er­fah­­rungs- und Gedankenaustausch zwischen Handelspraxis und Handelswissenschaft bieten. Um dem einen oder anderen Handelsunternehmer die mögliche Scheu vor den „heiligen Hal­len“ der Wissenschaft zu nehmen und die studentischen Teilnehmer an den genius loci der kauf­­männischen Selbstverwaltung heranzuführen, sollten die „Unternehmergespräche“ in den Räumen der IHK stattfinden. Der Namensvetter stimmte dem Vorschlag ohne Zögern zu. Alsbald wurden die ersten vier Sitzungen anberaumt. Die Kammer übernahm die Einladungen an zehn Einzelhändler auf der „Unternehmerseite“, der Verfasser wählte zehn junge Handels­aka­demiker für die „Studentenseite“ aus.

Für die Gesprächsrunden der ersten Semester wurden zunächst weit gefasste Themen ge­wählt, Themen, denen die Studierenden im Unterricht bereits begegnet waren: Struktur­fragen des Handels, Kooperation und Konzentration, Ladenschluss. Nach anfänglichem behut­samem Abtasten und den verständlichen Vorbehalten, die sich geradezu einstellen müssen, wenn die klare und eindeutige Kaufmannssprache auf die eher abstrakte und manchmal hochgestochene Sprache der „Theoretiker“ trifft, erwärmte sich sehr rasch das Gesprächsklima. Da beide Seiten sich erkennbar mit Ernst und mit Liebe den thematischen Problemen (und ihren Lösungsmöglichkeiten) näherten, entstand alsbald gegenseitiges Ver­trauen. Eine verblüffende Mitteilungsbereitschaft wuchs vor allem auf der Unternehmer­seite. Mit eigenen Erfahrungen hielt man auch vor „freundlichen Mitbewerbern“ nicht zurück. Aus der Präsentation der „gläsernen Taschen“ konnten schließlich alle Beteiligten Nutzen ziehen.

Im Verlaufe der Jahre – Organisation und Gesprächsleitung waren für fast 20 Jahre längst in die bewährten Hände der IHK-Geschäftsführerin Astrid Schulte übergegangen – wurden die „Unternehmergespräche“ zu einer festen und beliebten Einrichtung. Insgesamt wurden in den 23 Jahren „Unternehmergespräche“ nicht weniger als 44 Themenkreise besprochen. Sie reichten von Standardthemen wie Standort-, Preis- und Kommunikationspolitik oder Aus- und Weiterbildung im Handel über ausgefallene Spezialthemen wie Ladendiebstahl und Dieb­stahl­prävention, Marktforschung für Klein- und Mittelbetriebe oder Handelspsychologie bis hin zu hochaktuellen Themen wie E-Commerce oder Kundenbindungsmanagement. Die erstaunliche Offenheit und das Engagement in den Gesprächsrunden beruhte auch auf einem kleinen Regie-Trick: Es wurde stets auf eine bunte Mischung der Unternehmer und Unterneh­mensrepräsentanten aus verschiedenen Betriebsformen, Branchen und Unternehmensgrößen geachtet. Die Direktoren der beiden Duisburger City-Warenhäuser brachten ihre Erfahrungen ebenso ein wie der Inhaber eines „Tante-Emma-Ladens“, der Repräsentant einer namhaften Unternehmensgruppe des Lebensmittelhandels, die Geschäftsführerin eines Textilkaufhauses, der Betreiber eines Internet-Buchhandelsversands, die Inhaber eines Beschläge- oder eines Haushaltswarenfachgeschäfts usw. Praktisch nützliche Anregungen gingen dabei von beiden Seiten des Tisches aus. Sei es, dass ein Lebensmitteleinzelhändler aufgrund einer studenti­schen Bemerkung in seinem Supermarkt eine Bio-Abteilung einrichtete, sei es, dass ein Student aus der Gesprächsrunde heraus für eine Blitzkarriere angeheuert wurde (nämlich zum Warenhausgeschäftsführer binnen anderthalb Jahren!) – es wären viele kleine oder größere Erfolgsstorys zu vermelden.

Die „Unternehmergespräche“ haben positive Auswirkungen in vielfältigen Formen auch auf den Lehrbetrieb gezeitigt. So wurden durch sie beispielsweise mehrere empirische Untersuchungen angeregt, in welche Studierende immer mit einbezogen wurden. Erwähnt seien nur Imageanalysen für ein Moerser Möbelhaus und für ein Textilkaufhaus in Neu­kir­chen-Vluyn, eine Verhaltensstudie über Passanten vor Presseregalen in SB-Warenhäusern, dynamische Gruppeninterviews zum Thema „Convenience Food“ oder eine breit angelegte demoskopische Untersuchung über das Obst- und Gemüseangebot in der Duisburger Innen­stadt. Manche Diplom- oder Staatsarbeit wurde von Teilnehmern der Unternehmerseite mit Rat und Tat begleitet. Last but not least ist ein pädagogischer Lerneffekt zu konstatieren: Wo sonst wenn nicht in den repräsentativen Räumen der Kaufmannschaft und unter fachlicher Doppelmoderation könnte der akademische Nachwuchs Diskussionskultur und –disziplin nachhaltiger lernen? Universitätsseminare in allen Ehren. Nur – den kritischen und zugleich respektvollen Gedankenaustausch mit Praktikern können sie nicht in gleichem Maße schulen.

Am Ende kann das Fazit nur lauten: Das Lehr- und Lernexperiment „Unternehmergespräche“ ist vollauf gelungen. Rund 60 Unternehmer und 400 Studierende haben an den 120 Sitzungen teilgenommen. Ihnen allen sei rückblickend nochmals gedankt! Die Duisburger „Unternehmergespräche“ sind ein Stück Kammer- und Hochschulgeschichte geworden. Wünschenswert wäre, dass die Idee des beiderseitigen Wissens- und Erfahrungstransfers auch in Zukunft in Realität umgesetzt würde. Da die Idee der „Unternehmergespräche“ nicht patentiert oder sonst wie geschützt ist, warten wir mit dem großen Nationalökonomen Joseph Alois Schumpeter gern auf das „scharenweise Auftreten von Nachahmern“...

 

(Erschienen unter dem Titel "Studium & Praxis. 120 Mal mit Erfolg: Unternehmergespräche". In: Mittendrin. Magazin für die Mitglieder der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Ausgabe 2002, S. 23.)

 


urbanum Duisburg

Mehr scheinen

Wie beruhigend! „Alle Maßgeblichen“ sind mit dem Namen „urbanum Duisburg“ und mit dem Rätsellogo einverstanden. Als Unmaßgeblicher ist man weniger einverstanden. Dankbar, dass man sich von dem denglischen Sprachbalg „Kasinoliner“ getrennt hat, wird man aufs Neue sprachlich geschockt. Anstatt über eine schlichtere Namensgebung nachzudenken, tragen ein paar Kreative noch dicker auf. Gemäß der Marketing-Regel „Mehr scheinen als sein“ verpassen sie dem neuen Zentrum einen latein-deutschen Angebernamen: „urbanum Duisburg“. Als Unmaßgeblicher weiß man, was meist hinter der Kreativität von Kreativen steckt. So gibt es in Stuttgart längst ein virtuelles Projekt „urbanum“ zur Begegnung von Menschen unterschiedlicher Kulturkreise. Auch überrascht der Zeitpunkt der Namensenthüllung nicht, spaltet die Vision „Ruhrbania“ derzeit doch die Mülheimer Bevölkerung. Als Unmaßgeblicher argwöhnt man, dass die spiralförmigen Pfeile des Logos allerlei unzutreffende Assoziationen hervorrufen können: viel Wirbel um Nichts; blau-graue Pechsträhnen; Mercator-Implosion; Federn des Pleitegeiers; strahlige Staubblätter-Fädchen des Echten Nelkenwurz (geum urbanum) usw. Und wenn eine Duisburger Bürgerin mit „urbanum“ einen Kleiderladen assoziiert, hat sie vielleicht auch nicht ganz Unrecht: ein Laden mit des Kaisers neuen Kleidern! Kein Grund zur Namensfeier also. Man darf gespannt sein, wie die Namensgebung für die „urbanum“-Einzelteile weiter geht. Es bieten sich beispielsweise an: „Zocker-Zentrum (ZZ)“, „Philhadom DU“ oder „DUReMi-Halle“ und „panes in DUrbano“ für die Zentrumsbäckerei. Der Namensvorschlag eines Unmaßgeblichen für das Gesamtkommerzwerk kommt leider zu spät: „casa ludi“.

Rheinische Post Duisburg Nr. 227 v. 30.9.2003




Glossen für die Duisburger Ausgabe der Rheinischen Post

Und dann sind da noch die HOS-Glossen in der Duisburger Ausgabe der Rheinischen Post, inzwischen etwa 1950 Stück! Auch wenn ihre Verbreitung kaum über die Niederrhein-Metropole hinaus reicht, bereiten mir alle Lokalglossen ungemein Schreibfreude und - wie ich höre - manchem Leser auch Lesefreude. Alle HOS-Glossen können gar nicht wiedergegeben werden, auf dieser Seite nur ein paar ältere. Die seit Mitte 2009 erschienenen Glossen finden Sie fast vollständig auf der Seite Prognostika - mit einigen Ausnahmen: 

Die besonders feinen Leckerli sind nämlich nur dem Büchlein "Stadtrandnotizen" (Anno-Verlag, Rheinberg 2013) zu entnehmen. Peter Klucken, der RP-Kulturredakteur, hat ihm am 9.8.2013 diese hübsche Rezension gewidmet: 




 



DIENSTAG  8. APRIL 2008

TOTAL LOKAL

Immer diese Fremdwörter!

Glucksend kommt meine Nachbarin auf mich zu. Ein Handwerker hat sich soeben von ihr verabschiedet mit "Das wird aber eine Syphilisarbeit!" Der Ärmste! Er meinte wohl Sisyphusarbeit. Diese verflixten Fremdwörter! Das Imbiss-Büdchen auf dem Großenbau- mer "real"-Parkplatz preist statt Puszta-Ballen immer noch "Pusterballen" an. Beim Italiener höre ich deutsche Gäste Bestellungen schmettern wie "Einen Expresso!" oder "Eine Latte Maskato!" Sind wir nicht selbst Schuld, wenn alles und jedes fremdsprachlich sein (wenigstens klingen) muss? Da bleibt es nicht aus, dass Mutter von ihrem "Koffeur" schwärmt, der "Coiffeur" im Firmenschild führt und das Töchterlein zur "Kommujon" schmücken soll. Oder wenn beim Bäcker "Backetten", also Baguettes, geordert wer- den. Und wer Näheres über den Beginners' Table, die Modemesse für Darkware, die BMX Dirt Session, über die "Wörldgems2013" oder übers "Zittipaläs" erfahren will, rufe einfach 0203-94000 an: Call Duisburg!
                                                                                            HOS

 

MlTTWOCH 16. APRIL 2008

TOTAL LOKAL

Schülerbrief zur Stadt-Zukunft

Sehr geehrte Stattentwickler. Leider ist die Veranstaltung am Donnerstag in der Mercatorhalle schon ausverkauft. Ich hätte Ihnen da gern persönlich gesagt, was meine Lehrerin von "Zukunft findet Stadt" hält. Stadtdessen schreibe ich es Ihnen. Unterricht findet sowieso gerade keiner Stadt. Meine Lehrerin meint, Zukunft muss im Futur stadtfinden und nicht im Präsens. Es wär auch nicht gut für die Bildung, besonders nicht für die Intrigation in meinem Stattteil, wenn die Statt mit Schlechtschreibung vorangeht. Aber ich finde gut, dass alle Leute an dem stadtlichen Masterplan mitwirken dürfen. Richtig großstättisch. Stadt nix zu tun wie meine Eltern, die immer sagen, sie wären die no future-Generation, würde ich gern an der Zukunft der Statt mitarbeiten - wie in einer großen Werkstadt. Ich hoffe, es ist stadthaft, dass ein Schüler außer der Meinung seiner Lehrerin auch seine eigene schreibt. Und halten Sie meinen Brief bitte nicht für eine Zu-Mutung - ich weiß nicht, was meine Lehrerin hiervon hält -; denn selbst der Stattforscher Herr Horx meint: "Die Rede von der Zukunft ist immer auch eine Zu-Mutung." MfG 
Ihr HOS

 

FREITAG 25. APRIL 2008

TOTAL LOKAL

Idee vom Erlebnisweg

E
in lohnender Ausflug am letzten Sonntag: Bei Frühlingssonne den Erlebnisweg Wupper zwischen Müngsten und Burg erwandern und außer dem Gluckern des Flusses und jungen Vogelstimmen kein lästiges Zivilisationsgeräusch zu hören, das ist Erholung pur! Nur im Landschaftspark unter der 111 Jahre alten gewaltigen Eisenbahnbrücke geht es lebhafter zu. Dort begegnet man mehreren stählernen Bodenplatten. Ihre Oberfläche gibt jungen und alten Wanderern Rätsel auf. Z.B. das Rätsel 8: "Sie kommt wie der Blitz. Sie lässt dich kaum mehr los. Nichts Neues entsteht ohne sie. Aber nicht jede ist gut." Hüpft oder tritt man auf die Platte, ertönt die Lösung. Dabei kommt mir eine solche: Wären fragende und antwortende Rätselplatten nicht auch etwas für unsere Erholungsgebiete? Die Stahlplatten könnten z.B. fragen: "Es gab sie schon einmal. Die neue ist multi- funktional und nicht so beliebt wie die alte. Sie klingt aber gut." Oder: "Er kam nicht wie der Blitz. Nun lässt er die Stadtplaner kaum mehr los. Nichts Neues entsteht ohne ihn. Auch wenn es nicht so gut ist.".
                                                                                                                             HOS

 

Samstag 26. April 2008

TOTAL LOKAL

Problemlösen mit Körper und Geist

D
ie Besuche bei meiner Duisburger Physiotherapeutin sind wahre Problemlösungssitzungen. Sie versucht mit allerlei heilpraktischen Kniffen mein Problem, das ihr überforderte Orthopäden überlassen, manuell zu lösen. Manche ihrer Problemlösungsvorschläge versuche ich aktiv zu realisieren. ("Winken Sie mal mit den Zehen!") Richtig Spaß machen die rein mentalen Probleme, die wir gemeinsam zu lösen versuchen. Etwa: Wovon leitet sich das Wort Orthopäde ab? Warum aber heißt es in dem einen oder anderen Firmennamen Orthopede? Dem medizinballgroßen unrunden Gummiding mit einem Dutzend Ecken gebe ich einen neuen Namen. Das Problem: Schreibt man Knuz, Knutz, Knuts oder Knuds? (Der Duden gibt keine Schreibung vor. Noch keine.) Oder wir suchen eine Antwort auf die Frage, wann ein Orthopäde, wann ein Orthograph und wann beide aufgesucht werden sollten und von wem. Oder: Wie heißt "zucken" auf Englisch, wie "Behandlungsliege'!? Als Hausaufgabe sind dann neben körperlichen auch geistige Übungen zu erledigen. Mit Wörterbuch-Blättern und Googeln.
                                                                                                                             HOS

 

MONTAG 28. APRIL 2008

TOTAL LOKAL


Achtung! Verboten!

Am milden Frühlingsabend schwinge ich mich auf den Drahtesel und kurbele durch den Duisburger Süden. Zartes Grün, Magnolien und Mandelblüten in den Vorgärten - alles wunderschön. Und doch werde ich nachdenklich. Als Winterwanderer mit kleinem Radius war mir gar nicht aufgefallen, was da an Warn- und Verbotsschildern alles an einem Radfahrer vorbei zieht, sobald man das Haus mit den Briekastenaufklebern "Kei- ne Werbung!" verlassen hat! Einfahrt freihalten! Parken verboten! Betreten verboten! Reiten verboten! Radfahrer absteigen! Dienstweg nur für Befugte! Videoüberwachung! Elektrozaun! Bissiger Hund! Keine Hundetoilette! CD tötet! usw. Ich überlege noch, wen das gelb-rote Schild "Achtung! Hier spielen Kinder" (an einem stillen und menschenleeren Sträßlein beim Rahmer Bach) warnt. Da kann ich beim nächsten Schild "Boxen frei!" aufatmen. Ich glaube, der an Kinder gerichtete Satz im Internet stimmt: "Verbote gibt es zahllose und sie können manchmal ganz schön nerven." Nachzulesen bei Kinder/Grundgesetz unter www.bundeskanzlerin.de.
                                                                                            HOS

 

DONNERSTAG 1. MAI 2008

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Kämpferisches von Studierenden

Nichts gegen politische Studierendengruppen an den Universitäten! Sie sind Salz in der Suppe der akademischen Selbstverwaltung. Sie haben viel bewegt und ver- ändert. Der Muff aus tausend Jahren unter den Talaren beispielsweise ist weg - und mit ihm sind es gleich die Talare, jedenfalls an den meisten deutschen Unis. Dieser Tage lese ich den Aufruf einer emanzipatorischen Duisburg-Essener Studierendengruppe zum I. Mai. In ihm heißt es: "Wir ...kämpfen weiterhin dafür, das eine Gebührenfreies Studieum in NRW möglich ist. Nach Hessen, Sachsen und Harnburg wo überall die Abzocke mit den Studiengebühren am kippen ist, sollte NRW nicht hinten anstehen." Zwei Sätze, sieben Fehler! Keine Flüchtigkeitsfehler; denn Studieum wird wiederholt (und nur) so geschrieben. Zu meiner muffigen Studienzeit hatten es die Kommilitoninnen und Kommilitonen ("Mitkämpfer"!) leichter. Sie mussten nicht auch noch mit der Sprache kämpfen.
                                                                                                                            
HOS

 

FREITAG 9. MAI 2008

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Abendlyrik beim Heltorfer Schloss

Wie friedlich, diese Abendstimmung! Vom stillen Koenenkampsweg beim Heltorfer Schloss aus dirigiert ein junger Mann verträumt sein Modellsegelboot durch ein kleines neues Gewässer. Man könnte meinen, Nana Mouskouris Lied wäre dem jungen Steuermann gewidmet: "Ein Land im weichen Abendrot. Im Meer ein weißes Segelboot ...und merkst du, wie die Zeit steht. ...Eine Insel, ein Freiland. Die Insel bist du. Bist du, bist du" .Lyrische Anwandlungen weichen jedoch sehr bald der Realität. Denn das Meer ist nur eine Regenwasser- ansammlung, die der feste Boden über der Rahmer CO-Pipeline nicht mehr versickern lässt. Und auf der kleinen Insel im neuen See steht ein Kreuz. Seine bunte Bemalung dämpft nur scheinbar die Bürgerwut, die hinter der Aufschrift "COntra-PIPELINE" kocht. An diesem Abend merkt man schon, wie die Zeit steht. Aber sogleich fragt man sich: Wie lange noch? Im Abendrot. Auf der Insel, dem Freiland. Die Insel ist DU.  
                                                                                                                            HOS

 

MITTWOCH 14. MAI 2008

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Irritierende Betriebsmedizin

S
o genau hatte ich mir die Rechnungen der Duisburger Gemeinschaftspraxis bislang nie angesehen. Nun stutze ich doch! Da outet sich mein Hausarzt als für das Fach Betriebsmedizin zuständig. Nanu? Nicht Arbeitsmedizin? Kuriert mein Hausarzt nun schon ganze Betriebe? Bezeichnungen wie Liquidation und Lokalanästhesie waren mir schon lange suspekt. Indes sind Betriebe ja auch lebende Gebilde. Leiden nicht viele Betriebe unter Liquiditätsengpässen? Bilanzen fallen schwindsüchtig, Ergebnisse mager aus. Im Handel grassiert die Rabattitis. Man hört von schleppendem Börsengang, Wachstumsstörungen, Übernahmefieber, Gruppendruck, akutem Fachkräftemangel und ungesunden Abfindungen. Ganz schlimm muss Betriebsblindheit sein. Andere Betriebe leiden unter zu dünner Eigenkapitaldecke. Selbst Maschinen sind vor Kreislaufschwäche nicht gefeit. Aber nein, nein! Die Bundesärztekammer klärt auf: Betriebsmedizin gilt als ergänzende Facharztkompetenz, die sich den Wechselbeziehungen zwischen Beruf und Gesundheit bzw. Krankheit der arbeitenden Menschen widmet. Da haben Sie mich aber irritiert! Mein lieber Herr Doktor!
                                                                     Hans-Otto Schenk

 

DIENSTAG 20. MAI 2008

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Genauigkeit bei der Bahn

W
enn der für 13:33 Uhr angekündigte Zug um 13:35 Uhr
einfährt, dann ist die Bahnhofsuhr kaputt. Dieser Scherz gilt den Schweizerischen Bundesbahnen SBB, nicht der Deutschen Bahn. Aber der DB muss man schon lassen, dass ihre Uhren, wenn sie gehen, zu den genauesten der Welt zählen.
  Gestern Abend bewundere ich auf Gleis 4 des Duisburger Hauptbahnhofs die Ganggenauigkeit unserer Bahnhofsuhren. Die Sekunden zum Mitzählen. Um 19:43:20 Uhr lese ich, der ICE, der meine liebe Frau aus Berlin zurückbringen und um 19:49 Uhr nach Köln Air- port weiterfahren soll, komme etwa 5 Minuten später. Etwa. Diesen Zeitbegriff kennt die SBB wahrscheinlich gar nicht.
  Um 19:46 Uhr dann eine dröhnende Durchsage: "Der Zug auf Gleis 4 fährt jetzt ab. Türen schließen! Zurücktreten von der Bahnsteigkante!" Auf Gleis 4 steht aber gar kein Zug. Planmäßig dürfte hier seit einer Stunde auch keiner gestanden haben. Die Wartenden sind amüsiert. Lässt Mehdorn jetzt schon Phantomzüge fahren?
  Da rollt der Berliner ICE mit dreieinhalb Minuten Verspätung ein. Ist die Ankündigung "etwa fünf Minuten" nicht exakt? Genau!

                                                                                            HOS

 

SAMSTAG 24. MAI 2008

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Werbung und Bonität

Wer einen Kredit benötigt, und sei es nur für ein paar Versandhausraten, kommt um eine Bonitätsprüfung nicht herum. Auf wundersame Weise findet man sich dann in einer Schublade wieder als mehr oder weniger oder gar nicht kreditwürdig. Wie man da hineingekommen ist, weiß man nicht - im Gegensatz zu Schufa, Creditreform, Banken und anderen Bonitätern. Bei ihrer Art Rasterfahndung, genannt Scoring, machen negative Zahlungsfälle ein ganzes Straßennetz yerdächtig. Wer dort wohnt, so die Scoring-Logik, dessen Bonität ist gering. Pech gehabt! Ich glaube, die Werbung hat dieses Verfahren entdeckt. Anders kann ich mir die Zunahme an persönlichen Werbebriefen von Firmen nicht erklären, die mich gar nicht kennen: lokale Auto- und Möbelhäuser, Apotheken, Juweliere. Sie beziehen wahrscheinlich meine Anschrift aus dem Telefonbuch oder von einem Adressenhändler und vergleichen sie mit dem Fahndungsraster - schon ist man werbebriefwürdig. Oder nicht. Ich folgere daraus: Die Bonität meiner Straße im Duisburger Süden stimmt.

                                                                                            HOS

 

FREITAG 19. SEPTEMBER

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Bitte nichts Toughes!

Warum muss ich mich immer häufiger über die Verhunzung unserer Sprache ärgern? Dabei meine ich gar nicht die kleinen Unachtsamkeiten, die jedem mal un- terlaufen könnn. Richtig hübsch finde ich sogar einen kauzigen Schumachermeister, über den mein Freund eine Geschichte schreiben will, wie er per Fax mitteilt. (Da hat sich der siebenfache Formel l-WeItmeister aus Kerpen bzw. Vufflens am Genfer See wohl in seinem Gehirn die Pole Position gesichert). Nein, es sind auch nicht sinnvolle Anglizismen. Kopfweh bereitet mir neben der zunehmen- den Rechtschreibschwäche die absurde Überflutung mit Englisch-Zumutungen. Wissen Sie, was das Duisburger UCI-Kino derzeit spielt? Unter anderem: Wanted; The Dark Knight; Superhero Movie; The Rage und Babylon A.D. (mit Vin Diesel als toughem Söldner!) .Am selben Tag lese ich, dass sich in England die Spilling Society von 1908 für eine Vereinfachung der Orthographie einsetzt, beispielsweise für 2b or not 2b statt to be or not to be. Wenn bei uns demnächst ,4by! für Komma vorbei! auftauchen sollte, dann werde ich gar nichts mehr lesen! Auch nichts Toughes
                                                                                                                         
HOS

 

MITTWOCH 24. SEPTEMBER

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Fußläufig oder wegläufig?

Für die Stadtentwickler gefährdet die Ansiedlung neuer Lebensmittelmärkte außerhalb der Zentren die fußläufige Versorgung der Bevölkerung" , heißt es in der jüngsten IHK-Zeitschrift "Thema Wirtschaft" .Fußläufige Versorgung (statt zu Fuß erreichbare Geschäfte)? Vielleicht ein Sprachhäppchen für Sebastian Sick. Wobei man sich allerdings fragt, ob die zwei Millionen Käufer sein Buch "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" auch wirklich gelesen haben; denn noch immer sind die sprachlichen Alltagswege mit zeitgleich (statt gleichzeitig), zeitnah (statt aktuell), nichtsdestotrotz (statt trotzdem oder nichtsdestoweniger) und tausend anderen sprachlichen Stolpersteinen gepflastert. Die fußläufige Versorgung hat übrigens sprachliche Verwandte. Beispielsweise schreibt eine Inserentin über ihre Huskyratten, die sie in Pflege geben möchte, sie seien "nicht direkt handgängig". Und in Günter Grass' Tanzliedern heißt es: "Kein Hegel steht uns Kopf als Retter, kopfständig ist allein das Wetter." Fußläufig. Handgängig. Kopfständig. Wer mag, fühle sich damit sprachlich nahversorgt. Ich finde das eher wegläufig.
                                                                                            HOS

 

TOTAL LOKAL

Ego und eine tolle Leistung

Talkshow-Gäste liefern meist Psychogramme ab, um die sie jeder Psychotherapeut beneiden wird. Wie bei Sigmund Freud auf der Couch. Nur im Sitzen. Je länger die Promis sich im verbalen Eigenglanz sonnen, desto feinere Charakterbilder bauen sich im aufmerksamen Zuschauer auf. Er kennt bald seine TV-Pappenheimer. Dieser Tage kündigt ein Hamburger Talkmaster als Gast den Grandseigneur der Talkshows an. Nennen wir ihn einfach Ego. Ihm konnte man auf dem Bildschirm jahrelang nicht entgehen, und nach seinem vorgeblichen TV-Abschied kann man es immer noch nicht. Im vergangenen Jahr zog er mit seiner Lebensleistungsschau durch die Lande. Selbstredend hat er auch ein Duisburger Akzente-Festival eröffnet. Da er sich mit Promis schmückt wie ein russischer General mit Orden und nach eigenem Bekunden wenigstens im Mittelpunkt stehen wollte, wage ich ein privates Experiment: Auf meiner heimischen TV- Couch fertige ich während der Hamburger Talkshow eine Strichliste an. Am Ende der Sendung hat der Grandseigneur 222 Striche für sein Lieblingswort "Ich" erreicht. Eine tolle Leistung, alter Ego!
                                                                                             HOS

 

DONNERSTAG 2. OKTOBER

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Die Umweltzone -
zum Wohle!

Ab 1. Oktober hat Duisburg seine Umweltzone. Auf 550 Straßen sollen rund 800 Exemplare des neuen Verkehrszeichens 270.1 plus Zusatzzeichen aufgestellt werden. (Wenn 800 man reichen!) Sie markieren Anfang und Ende der Umweltzone. Dazu hat das Amt für Umwelt und Grün 25 "FAQ's" (= häufig gestellte Fragen, einverstanden?) mit Apostroph und Antworten ins Internet gestellt. Bestimmt wünschen sich alle Bürger zu ihrem Wohle eine Minderung der Feinstaub- und Stickoxidbelastung. Und dass die Stinker unter den Kraftfahrzeugen und alle, die nicht über die Feinstaubplakette (auch so'n Wort!) verfügen, spätestens ab 15. November mit 40 Euro Bußgeld und einem Flensburg-Pünktchen bestraft werden, werden auch viele begrüßen. Doch wundere ich mich über die Lage unserer Umweltzone: ein nord-südlicher Streifen von Harnborn bis Angerhausen, nur rechtsrheinisch. Vor dem Haus zähle ich auf der rechtsrheinischen Rahmer Rennpiste an einem normalen Vormittag zwölf Motorfahrzeuge je Minute. Das sind 720 in der Stunde und 10080 am Tag - nur in der Zeit zwischen 6 und 20 Uhr. Den Feinstaub dürft ihr auch künftig bußgeldfrei hier abblasen. Zum Wohle!
                                                                                            HOS

 

SAMSTAG 11. OKTOBER 2008

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Sisyphos lebt!

Wer Haus und Garten oder gar öffentliche Gehwege pflegen und sauber halten will, kann auf den technischen Fortschritt bauen. Was gibt es nicht alles an elektrischem Hilfsgerät! Kehrmaschinen zum Beispiel, Laubsauger, Motorsensen, Rasenmäher und Saughäcker, um nur einige zu erwähnen. Dieser Tage beobachte ich auf der Großenbaumer Allee einen älteren Herrn, der ein besonders fortschrittliches Gerät zur Gehwegreinigung einsetzt. Mit seinem rückentragbaren Blasegerät (so heißt das wirklich!) will ersein Stück Gehweg vom Herbstlaub befreien. Allerdings weht beim Zusammenblasen von Laubhäufchen ein tüchtiger Herbstwind. Der sorgt perma- nent für Laubnachschub und wirbelt die Arbeitsergebnisse auch gleich wieder auseinander. Man wird an Camus' Versuch über das Absurde erinnert. Auf der anderen Straßenseite des unermüdlichen Laubbläsers liegt die Gesamtschule Süd in herbstlicher Ferienruhe - schade. So verpasst der Lehrkörper die seltene Gelegenheit, den Schülern zu beweisen, dass Sisyphos kein Mythos ist, sondern lebt.
                                                                                            HOS

 

DIENSTAG 28. OKTOBER

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Die Renner der Saison

Liegt es am Herbst oder an der Finanzkrise? Oder an beidem? In den Anzeigenblättern, mit denen wir im Duisburger Süden sagen wir mal: gut versorgt sind, rauscht es mächtig. Die Inserenten übertrumpfen sich mit Billigangeboten und Hits der Saison. "Spar dich satt!" ruft's aus dem Fast-food-Blätterwald. Mit unglaublichen "Juhu!biläums-Angeboten" lockt der Baumarkt. Günstige Grabgestecke werden von Top-Fit angeboten. Ähnlich treffend offeriert jemand "Tiefpreise für Erdbestattungen" . Ein Dritter ist auf den "Ankauf von Zahngold (auch mit Zähnen)" spezialisiert. Krisengeschüttelte können auf "ambulante Schlafdiagnostik" zurückgreifen oder auf "sinnliche Ganzkörpermassage". Auch werden gebrauchte Haushaltsgeräte ("Neu! Neu! Neu!") feilgeboten. Herbst und Finanzkrise lassen andere mit Humor zum Kauf ermuntern. So wirbt ein Heizöl- Lieferant mit "Warm ist cool!" und ein Malerbetrieb mit der Frage "Hat Ihre Wohnung noch Töne?" Indes zählen Sicherheitsschlösser zu den Rennern der Saison. Tolle Aufbruchstimmung derzeit!
                                                                                            HOS

 

Mittwoch 5. November 2008

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McCain und die Pommes

Einverstanden? Heute ein schnelles Mittagessen? Meinet -
wegen! Die Pommes Frites aus dem Rahmer Edeka- Markt finde ich dann richtig lecker, fast belgisch. "Nein, die sind von McCain!" , meint meine Köchin. McCain?? Ich wollte schon loslegen: Ja, ja, und die Wurst ist von Arnold Schwarzenegger und das Ketchup von George Doubleyou persönlich und das Currypulver von Sarah Palin. Aber Hanns Dieter Hüsch selig, der bei Tische leicht in endlose Debatten verstrickt wurde, hält mich zurück und ich denke mit ihm: Sag jetzt mal nix! Nach der Fast-food-Mahlzeit nutze ich die erste Gelegenheit, so unauffällig wie möglich in die Küche zu schleichen. Ich durchsuche die Tiefkühlfächer nach einer angebrochenen Pommes-Tüte und werde fündig. Im zweiten Fach von unten liegt sie. Sie weist den Pommes-Hersteller in Fettdruck aus: "McCain GmbH, Eschborn/Ts". McCain!! Ts wie Taunus! Nicht TX wie Texas oder TN wie Tennessee! Der Rest ist Schweigen.                                                                          HOS

 

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